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Dem Leben Raum geben

LL: Frau Bachner, als Architektin gehen Sie ungewöhnliche Wege. Was wünschen sich die Menschen, die zu Ihnen kommen?
DI Bachner: Den meisten geht es um eine Änderung ihrer konkreten Wohn- oder Arbeitssituationen, mit dem Ziel, sich Räume zu schaffen, die eine wohltuende Atmosphäre ausstrahlen und ihre Bewohner nähren und unterstützen. Mit dem selben Ziel werden auch Planungen neuer Objekte an mich herangetragen. Im Vorfeld der konkreten Planung ist es mir wichtig Klarheit zu schaffen über die Bedürnisse, Herzenswünsche und Vorstellungen an das neue Wohnen.

LL: Was sollten die Menschen dazu mitbringen?
DI Bachner: Vor allem die Bereitschaft, sich seinem “Innenraum” zu öffnen, in sich hineinzuhorchen und seine eigenen, wahren Bedürfnisse und Herzenswünsche zu erforschen, um ihnen Raum geben zu können. Ganz konkret bringt der Klient auch seine Geburtsdaten mit, nach denen ein Horoskop erstellt wird.

LL: Das wozu dient?
DI Bachner: Für die Planung, Beratung und Begleitung geben mir die Horoskope der Bewohner zusätzliche Informationen über deren individuelle Anlagen, Bedürfnisse, Wachstumsmöglichkeiten etc. und helfen, Zusammenhänge und Lebenssituationen besser zu verstehen. Durch die Arbeit mit Farbkarten, die ich in Verbindung zu den astrologischen Prinzipien angefertigt habe, versuche ich vor allem auch die intuitiven, spielerischen Seiten der Menschen anzusprechen.

LL: Wie werden diese Erkenntnisse im Wohnraum dann umgesetzt?
DI Bachner: Die Wohnung soll schließlich eine Hilfe sein, um der inneren Mitte näher zu kommen. Die Balance von Gegensätzen scheint mir für eine harmonische Raumgestaltung sehr grundlegend zu sein wie z. B. ein ausgewogenes Verhältnis von individuellen und gemeinschaftlichen Räume, von Aktivität und Ruhe, von Offenheit und Intimität etc. Ebenso dient das bewusste Gestalten mit den 4 Elementen der persönlichen, inneren Integration.

LL: Was spielt sonst noch bei Ihren Beratungen eine Rolle?
DI Bachner: Ein sehr wichtiger schritt im Prozess des Neugestaltens ist das Verabschieden, Ausmisten und Entrümpeln von Unnötigem, von nicht mehr Gebrauchtem oder Geschätztem. Mein Ziel ist es, einen “befreiten, leeren Raum” zu schaffen, der auch im geistigen Sinne Neuem Platz macht, wieder offen ist fürs Leben. Der äußere Reinigungsprozess entspricht einem inneren Loslassen von Vergangenem. Die Gegenstände, die man dann in den befreiten Raum bewusst einbringt, gewinnen an Wirkung und erfreuen uns in der Gegenwart. Weniger ist oft mehr – die Reduktion auf das Wesentliche öffnet den Raum für eine freie, lebendige und ruhige Atmosphäre.

LL: Und das fällt im Sinne der Spiegelung auf den Wohnenden zurück?
DI Bachner: Richtig! Über die Gestaltung unserer Räume haben wir die Möglichkeit, neue Qualitäten zu verankern und sie in unseren Alltag zu integrieren. Es sind immer wieder Qualitäten der Ruhe, Klarheit, Erdung und Atmosphäre, die von den Menschen und ihren Räumen am meisten gebraucht werden.

LL: Was bedeutet für Sie persönlich die Arbeit mit dem Raum?
DI Bachner: Bewusst “Raum zu geben” empfinde ich als einen Ausdruck von Zuwendung, Achtsamkeit und Wertschätzung – unseren Mitmenschen, den Dingen und vor allem uns selbst gegenüber!

Text – Life Light Magazin