presse 6

wohlfühl-büro
Es war einmal ein Chef, der wünschte sich ein Wohlfühl-Büro. Und das freut heute alle, die dort arbeiten.

Wer die Büroetage im 1. Wiener Gemeindebezirk betritt, könnte glauben, dass er sich in der Tür geirrt hat. Ist das hier wirklich ein Platz, an dem Menschen „nur“ arbeiten oder handelt es sich um eine riesige, geschmackvoll eingerichtete Wohnung, die irgendeinem Reichen nicht groß genug sein konnte? Bei genauerer Betrachtung, erkennt der Besucher allerdings: Die 600 m2 sind keine klassische Wohnfläche. Hier werden von rund dreißig Mitarbeitern Kunden empfangen, Konzepte erarbeitet, Geschäfte abgewickelt und was sonst noch so dazu gehört um erfolgreich zu sein. Nicht in einem Großraumbüro, sondern gekonnt aufgeteilt in öffentliche Zonen und nicht öffentliche Bereiche. Und zwischendurch trifft man sich in der chicen Foyer oder in der Mitarbeiterküche. Antrieb für den Erfolg der Spezialistengruppe für ganzheitliches Vermögensmanagement ist genau diese Büroetage, auf der es sich in mitten von warmen Farben, dunklem und geöltem Holz, geschwungenen Formen, vielen Pflanzen und perfekt gestalteten Arbeitsplätzen herrlich arbeiten lässt.

Am Anfang war ein Wunsch:
Der Chef der Firma GOP wünschte sich ein Wohlfühlbüro. Ein Büro, wo alle gerne hinkommen, mit einem inspirierenden Ambiente. Das war vor knapp vier Jahren. „Ich bin seit über dreißig Jahren im Finanzdienst und kenne viele Büros. Leider wird oft gerade dort gespart. In der Branche meint man oft, dass man das nicht braucht. Diese Philosophie teilte ich nie“, erzählt Stefan Gutmann die Beweggründe für sein Etwas-anderes-Büro. Vielmehr war er der Überzeugung, dass er mit einem Ort, der Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen anspricht, eine Klientel erreicht, die ihm sonst verborgen bliebe. Weitere Wünsche des Bauherrn: nicht protzig, sondern wertig, keine Show, sondern spürbare Kraft.

Ein Wunsch braucht eine Umsetzung.
Und die passierte mit dem fachkundigen Know-how der ganzheitlichen Architektin Cordula Bachner-Beranek. Ihr präsentierten sich die 600 m2 in dem Altbau nahezu jungfräulich. „Außer den Außenwänden, der Wand zum Stiegenhaus und den tragenden Pfeilern war nichts mehr da – was natürlich ein Traum für einen Architekten ist“, schildert Bachner-Beranek. Ein Traum, der die Wünsche des Bauherrn und die Vorstellungen sowie das Fachwissen der erfahrenen Raumkonzeptionistin miteinander verschmelzen ließ. Die Realisierung dieses Traums erfreut heute täglich alle Mitarbeiter und entlockt selbst der betuchtesten Klientel immer wieder aufs Neue den Wow-Effekt. Geölte, dunkle Holzböden so weit das Auge reicht sehen nicht nur klasse aus, sondern haben abseits der tollen Optik eine wichtige Aufgabe wie Architektin Bachner-Beranek erklärt: „Büros verfügen durch Büromöbel und Geräte über viel Metall und Kunststoff. Das erzeugt Spannung, die durch offenporiges Holz herausgenommen werden kann. Lackierte Böden oder Kunststoffböden haben diese Fähigkeit nicht.“ Dass auf der geölten Oberfläche ungeliebte Kratzer nicht so stark zur Geltung kommen wie auf einer versiegelten ist ein weiterer angenehmer Nebeneffekt.

Lärmfaktor am Arbeitsplatz.
Wo viel Lärm ist, kann man sich schlecht auf das Wesentliche konzentrieren. Die Lösung: kleiner dimensionierte Räume, wo weniger Menschen arbeiten, echte Pflanzen sowie textile Materialien und Möbeln mit gepolsterten Rückwänden als Schallschlucker. Auch der Serverraum musste weit weg von den Büroräumen sein. „Solche Räume sind Ursache für Vibrationen, die zwar unter der Wahrnehmbarkeitsgrenze liegen, aber trotzdem dauerhaft belasten“, so Bachner-Beranek. Auch dem Elektrosmog ging es mit effektiven Maßnahmen an den Kragen: mit speziellen Produkten auf mineralischer Basis, die in der Unterkonstruktion der Böden und in den Wänden eingelassen sind.

Ordnung oder Chaos am Arbeitsplatz?
„Das ist meiner Ansicht nach eine rein subjektive Sache. Der eine liebt die Ordnung, der andere braucht das Chaos um effizient arbeiten zu können“, meint die Raumkonzeptionistin. Unabhängig von persönlichen Belieben der Mitarbeiter wurde allerdings auf Klarheit Wert gelegt: Alle Schränke haben geschlossene Kastenfronten – das bringt Ruhe in den Raum – und nur die Unterlagen griffbereit, die für die tägliche Arbeit nötig sind. Für alles andere gibt es einen Archivraum. Vom Schreibtisch aus eröffnet sich jedem ein inspirierender Blick auf farbige Wände (die Farbe konnten die Mitarbeiter mitbestimmen), Pflanzen und Bilder. Nach den Grundsätzen der Feng Shui-Lehre achtete die Gestaltungsexpertin bei allen Arbeitsplätzen darauf, dass die Rücken der Mitarbeiter geschützt sind, mit Blick zur Tür und dass sie nicht in offenen Energie-Durchzugsachsen von Türen und Fenstern sitzen. Basis ihrer Konzeption bildeten weiters die Geburtshoroskope der Mitarbeiter: „Manche fühlen sich wohler allein in einem kleinen Büro, andere wollen mit mehreren Kollegen in einem großen Raum sitzen – Horoskope schaffen auch in dieser Hinsicht Klarheit“, erklärt Bachner-Beranek ihre ganzheitliche Arbeit.

Wohlfühlfaktor Licht.
Die richtige Beleuchtung spielt in einem Wohlfühl-Büro eine große Rolle. Zentrale Deckenleuchten wurden verbannt, Leuchtstoffröhren sowieso. Künstliches Licht kommt indirekt und dimmbar über Wandlampen oder Stehlampen daher. Auf jedem Schreibtisch steht eine Schreibtischlampe für den konzentrierten Lichtbedarf. In den öffentlichen Zonen wirkt akzentuierte Beleuchtung. Natürlichem Licht ist laut Bachner-Beranek dennoch der Vorzug zu geben. Große Fenster, die sich öffnen lassen (was in vielen Büros fast schon eine Seltenheit ist), lassen soviel Licht in die Räume, dass tagsüber auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden kann.

Yin und Yang.
– die weibliche und männliche Kraft ist in der innerstädtischen Büroetage in Balance. „In klassischen Büros dominiert naturgemäß das männliche Element in Form von Aktivität, die sich unbalanciert zum Stress ausweitet. Grelles Licht würde die Yang-Komponente noch zusätzlich verstärken“, erklärt Bachner-Beranek warum sie die weibliche Kraft in ihre Gestaltung betont hat – durch angenehme Beleuchtung und stimmige Farben, runde Formen und “weiche” Materialien. Liebevoll von der Chefgattin dekorierte Vasen mit saisonalen Gestecken bringen zusätzlich die richtige Portion Weiblichkeit in die sonst so männliche Arbeitswelt.

Ein Büro zieht an.
Und so wurde eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. Ein Gesamtkunstwerk, dessen Kosten sich auf Umwegen rechnen – durch motivierte Mitarbeiter (die Fluktuation ist sehr gering), die mehr leisten und Kunden, die sonst erst gar nicht gekommen wären. „Normalerweise gehen in dieser Branche die Außendienstmitarbeiter immer zum Kunden. Bei uns ist das anders: Die Kunden kommen gern in unser schönes Büro“, freut sich Geschäftsführerin Karin Oppeker. Und auch sie ist seit 25 Jahren berufstätig und hat sich schon immer eine so aufbauende Arbeitsumgebung gewünscht. Womit alle Wünsche in Erfüllung gegangen wären. Noch nicht ganz, denn Herr Gutmann wünscht sich noch eine 150m2 große Dachterrasse.

Text- Manuela Wagner-Ottawa/ Standard -Rondo